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Großbrand zerstört Produktionshalle der Firma Rombach

Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf mehrere Millionen Euro. Rund 170 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

Von Hanspeter Schwendemann

Oberharmersbach. Ein schweres Brandunglück hat am Donnerstagabend die Firma Rombach getroffen. Durch das Feuer wurde eine Produktionshalle komplett zerstört. In der Halle befanden sich die NURHOLZ-Brettstapelproduktion und eine Hobelanlage, die erst vor zwei Jahren neu installiert wurde. Auch die Reparaturwerkstatt des Holzbauunternehmens wurde ein Raub der Flammen. Eine angrenzende Produktionshalle wurde im Dachbereich ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Zum Glück konnten die Einsatzkräfte das Übergreifen des Feuers auf den Neubau des Heizkraftwerks und auf die weiteren Werkshallen verhindern. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden in einer ersten Mitteilung auf mehrere Millionen Euro.

„Es ist, als wenn uns die Lebensgrundlage entrissen wurde“, schildern Firmeninhaber Rolf Rombach und seine Frau Tanja im Gespräch mit unserer Zeitung die Situation. Zerstört wurden nicht nur Teile der Produktionsanlagen, sondern auch die Leitungen zur 20-kV-Trafostation, so dass aktuell die komplette Firma von der Stromversorgung abgeschnitten ist. Außerdem wurde durch den Brand die Heizungsanlage zerstört, so dass nun auch die Trocknung des Bauholzes ausfällt. Die Firma Rombach steht durch den Brand vor einer insgesamt sehr schwierigen Situation.

Starke Rauchentwicklung verhinderte Löschversuche

Nachdem am späten Donnerstagnachmittag der Brand bemerkt wurde, haben zunächst Firmeninhaber Rolf Rombach und Mitarbeiter versucht, das Feuer mit Feuerlöschern und einem Wasserschlauch unter Kontrolle zu bringen. Die starke Rauchentwicklung verhinderte die Löschversuche. Nur noch Stapler und andere Fahrzeuge konnten aus der Halle herausgefahren werden. Ein Mitarbeiter erlitt bei den Löschversuchen eine leichte Rauchgasvergiftung, weshalb er zur ambulanten Behandlung in eine Klinik gebracht wurde.

„Um 17.41 Uhr erfolgte die Alarmierung der Feuerwehr Oberharmersbach“, berichtet Kommandant Dietmar Lehmann. In der ersten Meldung wurde von einem Dachstuhlbrand ausgegangen. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der hintere Teil des Gebäudes bereits im Vollbrand. Deshalb erfolgte die Nachalarmierung der Nachbarwehren und der Führungsgruppe Kinzigtal. Insgesamt waren am Donnerstagabend rund 170 Rettungskräfte im Einsatz.

Die Feuerwehr Oberharmersbach war mit vier Fahrzeugen und 45 Einsatzkräften komplett im Einsatz. Alarmiert wurden die Löschzüge von Zell und Biberach, außerdem die Drehleitern von Gengenbach und Zell. Vom Löcherberg her rückte die Feuerwehr Oppenau, ebenfalls mit der Drehleiter, zum Unglücksort an. Die Kreisstraße war während des Großbrandes komplett gesperrt.

Atemschutzträger von Nordrach und Steinach unterstützten die Oberharmersbacher Feuerwehr. Aus Offenburg wurde der Atemschutzabrollbehälter angefordert. Ebenso kam der Löschzug Brandbekämpfung aus Offenburg und Schutterwald später als Ablösung an den Brandort.

Das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehren mit der Ausleuchtung der Brandstelle und mit Treibstoffnachschub zum Nachtanken der im Einsatz befindlichen Fahrzeuge und Aggregate.

Zum Glück kamen durch den Großbrand keine Personen zu schaden, so dass der Rettungsdienst nicht weiter eingreifen musste. Das DRK Unter-/Oberharmersbach hatte im neuen Bürogebäude der Firma Rombach eine Verpflegungsstation der Einsatzkräfte eingerichtet.

Die Führungsgruppe Kinzigtal unterstützte den Einsatzleiter in den Bereichen Kommunikation, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit. In mehreren Lagebesprechungen stimmten sich die Abschnittsleiter über die Maßnahmen ab. Außerdem wurden Informationen zwischen Feuerwehr, Polizei, DRK, THW und Gemeinde ausgetauscht. Zur Lageerkundung und Lagedokumentation wurde auf Luftbilder der Drohnengruppe der Feuerwehr Haslach zurückgegriffen. Vor Ort war auch Kreisbrandmeister Bernhard Frei.

Ziel der Feuerwehr war, neben der Brandbekämpfung mit Riegelstellungen an mehreren Fronten, die Ausbreitung auf weitere Produktionshallen und das neue Heizhaus zu verhindern, berichtet Kommandant Dietmar Lehmann. Im Verlaufe des Brandes sei es zu einer stärkeren Verpuffung gekommen. Durch die Hitze des Feuers sind die Dacheindeckung und die Stahlträger geschmolzen. Sämtliche Gerätschaften in der Halle wurden ein Raub der Flammen.

Trotz einer Brandmauer konnte nicht verhindert werden, dass die direkt angrenzende Halle im Dachbereich durch das Feuer stark beschädigt wurde. Ein Statiker hat diese Halle geprüft und bestätigt, dass sie zumindest noch standfest ist.

Die Brandmauer zum Neubau des Heizkraftwerks hat der Hitze standgehalten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind an den Hallen nur leichte Schäden entstanden. Hier sind wegen der starken Hitze die Glasscheiben gerissen.

„Für die Feuerwehr Oberharmersbach war es ein anspruchsvoller Einsatz. Einmal mehr hat sich jedoch gezeigt, wie hervorragend alle Blaulichtorganisationen Hand in Hand arbeiten. Dank der koordinierten und professionellen Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte konnten die angrenzende Lagerhalle, das neue Heizkraftwerk sowie die vordere Halle erfolgreich geschützt werden.“, zieht Kommandant Dietmar Lehmann eine Bilanz des Hilfseinsatzes.

Nachdem das Feuer gelöscht war, wurde eine Nachtwache eingerichtet. Erst am Karfreitag nach rund 20 Stunden war Feuerwehr Oberharmersbach wieder einsatzfähig. Am Freitagabend wurde die Brandstelle nochmals auf mögliche Glutnester kontrolliert.

Das Unternehmen steht vor großen Herausforderungen

Die Firma Rombach mit ihren 100 Mitarbeitern steht nach dem Brandunglück vor großen Herausforderungen. Nicht nur Teile der Produktionsanlage wurden zerstört, sondern auch Bauholz, das für Aufträge gerade in Bearbeitung war. Der Ausfall der Trocknungsanlage bremse die Produktion zusätzlich aus. Rolf Rombach berichtet, dass ihm bereits von Kollegenbetrieben Unterstützung zugesagt wurde.

Der Firmenchef hofft darauf, dass die Stromversorgung provisorisch wieder hergestellt werden und die Produktion zumindest in Teilen wieder anlaufen kann. Die Abbundanlage in der NURHOLZ-Produktion habe zwar Löschwasser abbekommen, die Schaltschränke seien aber noch trocken. Insgesamt, so Rolf Rombach, sei die Auftragslage gut und die Firma sei in den nächsten Monaten voll ausgelastet. Selbst über das Osterwochenende habe man in einigen Abteilungen arbeiten wollen.

Besonders traurig ist für die Familie Rombach der Zeitpunkt des Brandunglücks. Das neue Heizgebäude stand wenige Tage für der Inbetriebnahme. Das Feuer ist im Bereich der alten Heizungsanlage ausgebrochen, die dann nicht mehr Einsatz gewesen wäre. Die Halle selbst ist der älteste Gebäudeteil des Firmenareals und wurde von der Firma Rombach noch vom ehemaligen Kabeltrommelwerk Lehmann übernommen.

Wie es am Donnerstag zu diesem Großbrand kommen konnte, ist nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die Polizei teilt mit, dass der Brandort auf Weisung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde. Zur Klärung der Brandursache erfolgen als nächstes Untersuchungen der Kriminaltechniker, gegebenenfalls werde ein Sachverständiger beauftragt.

Große Anteilnahme der Bevölkerung

Das Großfeuer hatte am Donnerstagabend kurz vor dem Osterwochenende die gesamte Bevölkerung aufgeschreckt. Die dunkle Rauchsäule über dem Harmersbachtal war auch noch in kilometerweiter Entfernung zu sehen. Entsprechend groß war die Anteilnahme auch in der Bevölkerung. Allen voran zeigte sich Bürgermeister Richard Weith von dem Unglück tief betroffen. Gleichzeitig dankte er allen Einsatzkräften, deren teils stundenlange Hilfe größten Respekt verdiene.

„Gestern war kein guter Tag“, bringt der Holzbauverband Baden, dessen Präsident Rolf Rombach ist, sein Bedauern zum Ausdruck und wünscht, dass der Betrieb schnellstmöglich nach Wiederinstandsetzung wieder anläuft.

Letztlich gilt der besondere Dank der Familie Rombach allen Helferinnen und Helfern, den Mitarbeitenden und Nachbarn und vor allem den Feuerwehren sowie allen Einsatzkräften vor Ort. Sobald weitere Informationen vorliegen, werde man die betroffenen Kundinnen und Kunden umgehend informieren und bittet um Verständnis für etwaige Verzögerungen.

Zeitungsbericht Schwarzwälder Post

            

  

    

 

 

 

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